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Vorsicht Eizeit

Rund 12.000 spitalsbehandelte Unfälle durch Glatteis, Schnee und Eis. "Sicher Leben" gibt Tipps wie Sie sicher übers Eis kommen.

Ab Mitte November heißt es höllisch aufpassen, denn ab diesem Zeitpunkt herrscht eine verschärfte Situation an spiegelglatten Glatteistagen. Laut Freizeitunfallstatistik des Instituts "Sicher Leben" wurden im Jahr 2001 rund 12.000 Personen auf Grund von Stürzen auf Glatteis, Schnee oder Reif im Spital behandelt. Die "Spitze des Eisbergs" wurde mit 140 Verletzungen pro Tag im Jänner erreicht, dicht gefolgt von 115 Verletzungen am Tag im Dezember.

Besonders gefährdet: Frauen ab 45
Mit 61 Prozent bilden Frauen den größten Anteil bei Unfällen auf rutschigem Untergrund. Vor allem ältere Frauen sind auf Grund ihrer Knochenkonsistenz besonders gefährdet - 44 Prozent aller Verunfallten sind über 45 Jahre. Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts "Sicher Leben" verweist auf mögliche Folgen: "Viele Frauen leiden an einem Verlust der Knochenfestigkeit (Osteoporose) und oft ist der gefürchtete Oberschenkelhalsbruch die Folge eines Sturzes. Diese Diagnose bedeutet meist eine langwierige Spitalsbehandlung. Die schwerwiegende Folge könnte eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit für den Rest des Lebens bedeuten".

Schwere Verletzungen durch Ausrutscher
Laut "Sicher Leben" rutschen Personen am häufigsten auf öffentlichen Verkehrsflächen aus (60%). Aber auch die nähere Umgebung der Wohnung, wie der Garten oder die Garageneinfahrt, kann schneller zur Rutschpartie werden, als man denkt (20 %). Vielfach sind die Verletzungen schwer: Mit 59 Prozent bilden Knochenbrüche den Großteil, vor allem an Handgelenk, Unterarm und Fußknöcheln. 17 Prozent Sehnen und Muskelverletzungen (v.a. an Knie, Fußknöcheln, Finger). 14 Prozent der Verletzungen sind Quetschungen oder Prellungen (v.a. Gehirn, Knie, Finger). 74 Prozent verletzten sich beim Laufen oder Gehen, 12 Prozent beim Spiel oder in der Freizeit.

Hände nicht einstecken!
Dr. Rupert Kisser, Leiter von "Sicher Leben", rät vor allem älteren und gebrechlichen Personen bei extremen Glatteis lieber zu Hause zu bleiben und ermahnt all jene, die auf die Straße müssen zu besonderer Vorsicht: "Treten Sie nicht hart auf die Fersen auf und gehen Sie lieber leicht vornüber geneigt um einen unkontrollierten Sturz nach hinten zu vermeiden. Stecken Sie Ihre Hände nicht in die Taschen, um notfalls das Gleichgewicht besser halten zu können und einen Sturz abzufangen."

Zeit einplanen!
Mit einem an die Witterungsverhältnisse angepassten Verhalten kann die eigene Sicherheit maßgeblich beeinflusst werden. Wer zu Fuß unterwegs ist, soll bei schlechter Bodenhaftung kurze Schritte und gemäßigtes Tempo an den Tag legen. Wer mehr Zeit für seine Wege einplant kann sich nicht nur sicherer am Ziel wähnen, sondern sich auch ohne Hektik am bunt gefärbten Laub erfreuen.

Noch mehr "Sicher Leben" Tipps
  • Ziehen Sie keine Stöckelschuhe an, sondern bequeme feste Schuhe oder Stiefel ohne hohen Absatz und mit einer guten Profilsohle.

  • Besonders gefährdet sind Menschen, deren Gleichgewicht leicht verloren geht, aber auch Menschen mit Osteoporose, da hier die Knochen eine erhöhte Frakturgefahr aufweisen.

  • Für ältere und gebrechliche Menschen: Lassen Sie sich zum Arzt mit dem Taxi oder Fahrtendienst bringen! Trauen Sie sich bei wichtigen Wegen, jemanden zu bitten, die Begleitung zu übernehmen. Auch beim Einkaufen können Sie Nachbarn, Verwandte und Freunde fragen, ob dieser Einkaufsgang übernommen werden könnte; Einkäufe werden übrigens auch durch Einkaufsdienste übernommen (Adressen sind bei uns erhältlich)

  • In Wien: Für Ihr Gleichgewicht und für Ihre Balance: Teilnahme an Bewegungs- und Balancetraining z. B. "Fit im Alter - Sicher gehen über 60 durch Bewegung & Balance" oder an Volkshochschulen oder Fitnessstudios. - nähere Informationen bei uns erhältlich. Kurse besuchen: "Fallenlernen wie ein Judoka". Informationen über Trainingsangebote, Produkte und weitere Diesntleistungen

  • Bei uns im Institut "Sicher Leben"

  • Hauseigentümer verpflichtet Gehwege zu räumen
    Gehwege, Gehsteige und Stiegenanlagen, die entlang eines Grundstücks führen, müssen von Eis, Schnee befreit werden: Laut Gesetz sind Haus- bzw. Grundeigentümer für die ordnungsgemäße Säuberung bei Schnee und gröblicher fußgängergefährdender Verunreinigung (z.B. nasses Laub) verantwortlich. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 72 Euro rechnen. Kommt eine Person zu Schaden - z.B. durch einen Sturz auf einem ungeräumten Gehsteig -, dann haftet der Liegenschaftseigentümer. Nur ein kleiner Trost, wenn das Bein gebrochen ist...

Mag. Gabriele Hinterkörner, Presse Tel.: 01/717 70-161








Institut Sicher Leben


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